Blog: Themen rund um die Katz

Hier veröffentliche ich immer wieder kleine Tipps und Anregungen aus dem alltäglichen Leben mit Katzen.

Meine Kater sind Teilzeit-Freigänger

Schon seitdem Katzen bei mir leben, habe ich ein besonderes Lebensmodell für diese entwickelt: Sie sind Teilzeit-Freigänger. Das bedeutet, dass sie jeden Tag zu festen Zeiten die Möglichkeit haben, draußen auf Entdeckungstour zu gehen – aber eben nicht rund um die Uhr. Für viele klingt das vielleicht ungewöhnlich, doch für uns (und vor allem für die beiden Fellnasen) hat sich diese Form der Haltung als perfekter Mittelweg erwiesen. 

 

Die chipgesteuerte Katzenklappe – das Herzstück unseres Systems 


Damit alles reibungslos funktioniert, nutzen wir eine chipgesteuerte Katzenklappe, die die Nummern der Mikrochip-Transponder, die unsere Katzen unter der Haut tragen, erkennt. Die Klappe öffnet zuverlässig von 8:00 bis 16:00 Uhr (im Sommer 18 Uhr, da es länger hell und sie damit besser sichtbar sind). Davor und danach ist die Klappe geschlossen, wodurch wir das Risiko von stärkerem Verkehr, nächtlichen Abenteuern und Kämpfen mit Streunern und Mardern deutlich reduzieren. 

 

Pünktlich vor der Öffnungszeit gibt es Frühstück und abends nach der Schließzeit wartet eine weitere Mahlzeit. Tagsüber dürfen sich die beiden bei Bedarf noch ein paar Snacks „erarbeiten“ – sei es aus dem Fummelbrett oder durch kleine Häppchen zur Motivation, auch mal wieder reinzuschauen. 

 

Winter vs. Sommer

  

Im Winter sind unsere Kater meist schon vor der Schließzeit zuhause und genießen nach ihrem Ausflug die Wärme im Haus – bevorzugt direkt vor dem Kamin. 


Im Sommer hingegen sieht die Welt natürlich anders aus. Die Sonne, die Wärme, die Düfte – all das macht die Außenwelt viel spannender. Da kommt es schon mal vor, dass ich die beiden am Abend einsammeln muss, wenn ihnen die Zeit draußen mal wieder zu schnell vergangen ist. Aber: Nachts ist bis heute noch keiner draußen geblieben. Das System funktioniert also erstaunlich zuverlässig und das obwohl alle unsere Katzen Bauernhofkatzen oder ehemalige Wildlinge waren und im unterschiedlichsten Alter zu uns kamen.

  

Vorteile dieser Art der Haltung 

 

• Mehr Sicherheit 

Durch die zeitliche Begrenzung werden die gefährlicheren Tageszeiten gemieden. Weniger Verkehr und weniger Kontakt mit Wildtieren bedeutet weniger Risiko. 

 

• Struktur und Routine 

Katzen lieben Rituale. Feste Ausgehzeiten und planbare Fütterungen geben ihnen (und uns!) Sicherheit und Orientierung. 

 

• Abwechslung und Beschäftigung 

Draußen können die beiden jagen, klettern, buddeln, schnüffeln und ihren natürlichen Instinkten folgen. Drinnen gibt es mentale Beschäftigung durch Fummelbrett, Clickern, etc.. 

 

• Körperliche und geistige Auslastung 

Freigang macht müde – im besten Sinne. Die Kater sind ausgeglichener und zufriedener, ohne dabei stundenlang unbeaufsichtigt zu sein. 

 

• Bessere Kontrolle 

Durch die Chipklappe entscheiden wir, wer rein darf, und vor allem, wann. Das verhindert nächtliche Streifzüge und ungebetene Gäste. Da bei uns ja noch zwei Hunde leben, die zwar die eigenen Katzen sehr gerne mögen, aber fremde Katzen nicht im Haus haben wollen, ist das für uns ein sehr relevanter Faktor.

 

• Gewöhnung an Phasen im Haus 

Ein wichtiger Vorteil: Unsere Kater kennen feste „Drinnen-Zeiten“. Dadurch sind sie es absolut gewohnt, auch mal ein paar Tage am Stück im Haus zu bleiben – sei es, weil wir nicht da sind, weil Silvester ist, weil das Wetter verrückt spielt oder weil sie sich von einer Verletzung oder Krankheit erholen müssen. Diese Gewöhnung nimmt ihnen Stress und erleichtert uns den Alltag enorm. 

-> in eigener Sache: es macht es eurer Katzenbetreuung auch deutlich einfacher, wenn eure Katzen zu festen Zeiten mal zuhause vorbei schauen oder es auch gewöhnt sind ein paar Tage im Haus zu verbringen :)

 

Mein Fazit 

  

Für uns funktioniert der Teilzeit-Freigang hervorragend. Unsere Kater genießen ihre Freiheit, ohne dass wir uns ständig Sorgen machen müssen. Gleichzeitig sorgt der feste Tagesrhythmus dafür, dass sie immer wieder gern nach Hause kommen. Und am Ende des Tages zählt doch vor allem eines: glückliche, gesunde und zufriedene Katzen. 


(Foto: pixabay.de)

Seminare „Schweres aggressives Verhalten gegenüber Menschen“ und „Alte Katze: was ist normal, was ist bedenklich?“

Ich habe die dunkle Jahreszeit wieder für Fortbildungen genutzt. Dieses Mal bei Sabine Schroll, der bekannten Tierärztin aus Österreich, die sich auf Katzen- und Verhaltensmedizin spezialisiert hat. Ich habe viele neue Anregungen und Ideen für meine Arbeit im Tierheim mitgenommen - aber auch Tipps und Tricks von denen sicher eure Katzen ebenfalls profitieren werden.


Noch ein kleiner Hinweis: auch wenn ihr eure älteren oder alten Katzen nicht (mehr) impfen lasst - bitte stellt sie trotzdem routinemäßig einmal im Jahr zum Check-up beim Tierarzt vor.


Gerade bei älteren Tieren häufig vorkommende Krankheitsbilder wie Diabetes, Erkrankungen der Schilddrüse, der Niere, des Herzens oder Arthrose lassen sich früh erkannt gut behandeln und ermöglichen mit der entsprechenden Medikation euren Lieblingen eine gute Lebensqualität.


(Bild: https://pixabay.com/de/illustrations/von-ki-generiert-schwarze-katze-9711434/)

Ein Jahr mobile Katzenbetreuung Hersbruck am 12.9.25

Ein ganzes Jahr mobile Katzenbetreuung Hersbruck – das wäre ohne euch nicht möglich gewesen! 

Ich möchte mich von Herzen bei all meinen Kundinnen und Kunden sowie bei allen, die mich bei der Umsetzung meiner Idee unterstützt haben, bedanken.
Eure Treue, euer Vertrauen und die vielen lieben Worte haben dieses erste Jahr zu etwas ganz Besonderem gemacht. 

 

Jede Begegnung mit euren Samtpfoten war für mich eine Freude – und ich freue mich auf viele weitere gemeinsame Jahre mit euch und euren Fellnasen. 

 

Vielen Dank für euer Vertrauen!

Schmerzen bei Katzen und wie der Feline Grimace Scale helfen kann diese aufzudecken

Vor einigen Wochen habe ich ein sehr interessantes und mit 6 Stunden Dauer wirklich umfangreiches Online-Seminar bei Dr. Denise Riggers zum Thema „Das stille Leiden: Schmerzen bei Katzen“ besucht.

Denn trotz meiner langen Erfahrung im Zusammenleben mit Katzen und meiner Tierheilpraktiker-Ausbildung, besuche ich doch immer wieder gerne Fortbildungen von Tierärzten um mein Wissen frisch und am aktuellsten Stand zu halten.


Unsere Stubentiger sind wahre Meister darin Schmerzen zu verbergen oder hinter anderen Verhaltensweisen zu tarnen. Nach der Erfahrung der Tierärztin leiden über 50 % unserer Katzen an chronischen Schmerzen, die gut zu behandeln wären, wenn sie erkannt werden würden (denn nicht immer zeigt sich die Ursache so offensichtlich und akut, wie bei meinem Kater Micky auf dem Foto oben).


Hierzu gibt es mit dem „Feline Grimace Scale“. Ein einfaches Punktesystem, das auch Katzenhalterinnen und Katzenhaltern ohne medizinischen Hintergrund ermöglicht, zu überprüfen, ob die eigene Katze vielleicht Schmerzen hat.


Dabei werden die Augen (rund und offen oder zusammengekniffen), die Ohren (aufrecht oder abgewinkelt), die Schnurrharre (entspannter Bogen oder waagrecht abstehend), die Maulpartie (locker und entspannt oder zusammengekniffen) und die Kopfhaltung (über oder unter der Schulterlinie) bewertet.

Von der Universität Montreal gibt es hierzu weiterführende Infos und für die Anwendung auch eine gleichnamige kostenlose App, die ich auch schon lange installiert habe und jedem Katzenbesitzer nur ans Herz legen kann https://www.felinegrimacescale.com/de

Mein persönlicher Tipp noch:
Wenn ihr vermutet, dass eure Katze Schmerzen hat, weil sie wiederholt Schmerzanzeichen zeigt oder sich seltsam verhält - fotografiert oder - noch besser - filmt eure Katze bzw. das auffällige Verhalten. Es ist sehr gut möglich, dass sich eure Katze in der Tierarztpraxis komplett normal verhält und somit die Diagnostik erheblich erschwert.

Ich wünsche euch allen gesunde und schmerzfreie Katzen. Und wenn es doch mal zwickt - seid aufmerksam, dokumentiert und ermöglicht so, dass eure Katze eine schnelle und angemessene Behandlung bekommt.

Warum es nicht ausreicht, wenn der Katzensitter alle zwei Tage vorbeikommt 

Du planst eine kleine Auszeit – ein paar Tage Tapetenwechsel, endlich mal rauskommen. Natürlich soll deine Katze in der Zeit gut versorgt sein. Und klar, Katzen gelten als selbstständig und unabhängig. Viele denken deshalb: „Ein Katzensitter alle zwei Tage reicht doch – die Katze frisst eh nicht viel und schläft sowieso den halben Tag.“  Aber genau hier liegt der Denkfehler. 

 

Denn so unabhängig Katzen auf den ersten Blick auch wirken – sie brauchen mehr als nur gelegentliches Nachfüllen von Futter und Wasser. Hier kommt ein bisschen Aufklärung, warum ein Besuch alle zwei Tage einfach nicht genug ist, selbst wenn bei dir mehrere Katzen leben.

 

1. 

Frisches Futter & Wasser – jeden Tag, bitte! 

 

Katzen sind kleine Gourmets. Nassfutter, das seit zwei Tagen im Napf liegt? Wird ignoriert oder kann bei warmen Wetter schnell verderben und böse Bauchschmerzen machen.
Doch mal mehr Durst gehabt oder beim Spielen den Wassernapf umgestoßen, der Trinkbrunnen ist verstopft oder der Futterautomat streikt - kann alles ziemlich schnell kritisch werden. 

Eine tägliche Versorgung ist das absolute Minimum – alles andere ist ein Risiko. 


2. 

Katzen sind kreativ – manchmal zu sehr 

 

Egal wie „katzensicher“ deine Wohnung ist: Katzen finden immer wieder neue Wege, sich in brenzlige Situationen zu bringen. Sie klettern in Schränke, kippen Dinge um, knabbern an Zimmerpflanzen oder bleiben in einem Spalt stecken – weil der Rückweg doch nicht so einfach war. 

Wenn dann zwei Tage lang niemand vorbeikommt um nach der Katze zu sehen, kann aus einer Kleinigkeit schnell ein echtes Problem werden. 

 

3. 

Auch Katzen sind soziale Lebewesen 

 

Natürlich ist nicht jede Katze absolut verschmust. Aber viele vermissen ihre Menschen – mehr, als man denkt. Gerade Wohnungskatzen, die keine Artgenossen und wenig Abwechslung haben, reagieren sensibel auf plötzliche Einsamkeit und einen veränderten Tagesablauf. 

Zwei Tage ohne Kontakt, ohne Spiel, ohne Ansprache? Das kann aufs Gemüt schlagen – und im schlimmsten Fall zu Rückzug oder Verhaltensauffälligkeiten führen. 

 

4. 

Sauberes Klo = glückliche Katze 

 

Katzen sind wahre Sauberkeitsfanatiker. Ein vernachlässigtes Katzenklo wird schnell zum No-Go – mit unangenehmen Folgen. Denn wenn’s nicht passt, suchen sich viele Stubentiger eine Alternative. 

Und die ist selten dort, wo man sie gerne hätte. 

 

5. 

Früh erkennen, wenn’s ernst wird 

 

Katzen zeigen Schmerzen und Krankheiten oft erst sehr spät – das ist Teil ihres natürlichen Instinkts. Wenn aber zwei Tage niemand hinschaut, kann man wichtige Warnzeichen leicht übersehen. 
Gerade Freigänger können sich kleine - erstmal unbemerkte - Biss- oder Kampfverletzungen zuziehen, die sich schnell entzünden und  innerhalb weniger Tage zu einem großen Abszess entwickeln können.

Ein ungewohnt ruhiges Verhalten, veränderter Appetit oder andere subtile Hinweise bleiben unbemerkt – und das kann im Zweifel richtig gefährlich werden. 

 

Fazit: Tägliche Betreuung ist kein Luxus, sondern bedeutet Verantwortung übernehmen 

 

Wenn du deine Katze während deiner Abwesenheit gut versorgt wissen willst, dann reicht ein Besuch alle zwei Tage einfach nicht aus. Daher ist ein Besuch am Tag einfach das Mindeste.

 

Denn mal ehrlich: Wenn wir unsere Katzen lieben, dann sollen sie sich auch geliebt fühlen, wenn wir mal nicht da sind, oder? 

Die Sache mit dem Chip

Bitte lasst eure Katzen bei einem Tierarzt unbedingt chippen (einen Mikrochip mit einer Spritze unter die Haut einbringen) und registriert sie bei einem Haustierregister wie Tasso oder Findefix. Das Registrieren ist kostenlos und geht ganz unkompliziert.

Ein Chip alleine (ohne Registrierung) ermöglicht keine Identifizierung!


Ihr wisst nicht, ob eure Katze einen Chip hat? Oder sie hat einen Chip, ihr habt aber die Nummer verlegt und konntet sie daher nicht registrieren? Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr damals die Registrierung gemacht habt?

Sprecht mich an! Ich hab immer ein Chiplesegerät dabei und checke gerne eure Katze. Da es mir eine große Herzens-angelegenheit ist, übernehme ich auch gerne die Registrierung für euch oder wir können gemeinsam checken, ob die Daten noch aktuell sind.

Nur so könnt ihr zuverlässig informiert werden, falls eure Katze vom Tierheim oder der Polizei aufgefunden oder bei einem Tierarzt/ in einer Tierklinik behandelt wird.


Auch bei Hauskatzen ist dies wirklich wichtig, da es doch immer wieder passieren kann, dass sie in einem unachtsamen Moment durch die Tür oder das Fenster entkommen können.

Warum kleine Veränderungen manchmal eine große Wirkung haben können 

Kleine Anekdote aus meinem Katzensitter-Alltag:

Eine sehr alte Katze, die ich schon lange und gut kenne, hat zunehmend schlechter gefressen. Die Zähnchen sind nicht mehr die besten, ansonsten liegen aber keine gravierenden gesundheitlichen Einschränkungen vor. Die Katze hat seit Jahren immer problemlos aus einem tiefen Plastiknapf gefressen. Nun habe ich während meiner letzten Betreuung probehalber angefangen die Katze von einem flachen Teller zu füttern und sie frisst wieder mit deutlich mehr Appetit.


Was ist passiert?


Viele Katzen fressen lieber von flachen Tellern, da dort die Schnurrhaare nicht am Rand anstoßen und somit nicht überreizt werden können. Gerade bei Katzen mit Zahnproblematik (wacklige Zähne oder nach Zahn-OP) ist mir schon mehrfach aufgefallen, dass diese lieber und entspannter von Tellern fressen. Katzen generalisieren schnell und verknüpfen daher auch ziemlich flott unangenehme Empfindungen mit gewissen Orten oder Gegenständen, so dass eine Umstellung oder Anpassung hier durchaus Sinn macht.


Fazit: Bei Fressunlust ohne konkrete gesundheitliche Ursache kann es sich lohnen mal auszuprobieren, ob ein flacher Teller (ggf. mit einem Standortwechsel) zu einer Verbesserung der Situation führt.

Lasst uns über Freundschaft sprechen

Diese beiden Kater sind keine Geschwister und nicht miteinander aufgewachsen, dass sie sich trotzdem so gut miteinander verstehen ist das Ergebnis einer klugen Auswahl der passenden Charaktere und einer entspannten Vergesellschaftung ohne Druck.


Die meisten Katzen profitieren von einem Sozialpartner, gerade wenn ihre Menschen nicht immer da sein können oder uneingeschränkt Zeit für sie haben (und wir alle müssen ja irgendwann mal Geld verdienen). 

Ihr tut eurer Erstkatze aber einen großen Gefallen, wenn ihr bei der Auswahl der Zweitkatze eure Wünsche hinter die Bedürfnisse eurer Katze stellt.

So ist der hübsche, wilde, junge und etwas aufdringliche Kater mit den blauen Augen, der euch so gefällt, vielleicht nicht die richtige Wahl für eure eher zurückhaltende und distanzierte ältere Kätzin, die es eher ruhiger mag.


Gerne berate ich euch hierzu, wenn ihr plant einer weiteren Katze ein zuhause zu geben und eine Gemeinschaft zu werden, in der sich alle wohlfühlen.